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BEPERG
Architektur von Pedevilla
Kunst von Gustav Willeit

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Servicegebäude, Kreuzbergpass
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Grenzgänger

Der Kreuzbergpass ist ein geschichtsträchtiger Ort. Seit Urzeiten wird er als Übergang genutzt. Da die Passhöhe recht moderat ist und die Zulaufstrecken einfach zu bewältigen sind, bauten die Römer mit der "Via Claudia Augusta Altinate" bereits eine erste befestigte Straße über die Passhöhe, an der sich auch vereinzelte Siedlungen bildeten. Lange Zeit floss so nahezu der gesamte Verkehr, der den Alpenhauptkamm am Brenner überquerte, vorab über den Kreuzbergpass. Erst im 19. Jahrhundert nahm die wirtschaftliche Bedeutung des Kreuzbergpasses ab. Um 1930 wurde die aktuelle Straße errichtet, die heute vor allem den Touristen spektakuläre Ausblicke auf die mächtige Gebirgskulisse bietet und den Übergang zwischen den gewachsenen Kulturräumen des Cadore und des Pustertals einleitet.
Auf der Passhöhe gelangt man bald zu einem sonderbaren Gebilde aus Beton und handgehacktem Lärchenholz. Es ist mit Elementen aus bernsteinfarbigem Glas durchsetzt. Keiner kann sich mehr daran erinnern, seit wann es dort steht – nicht einmal jene fleißigen Menschen, die es nutzen. Da aber nun dieses kleine Gebäude annähernd die Form eines Ofens annimmt und haargenau auf der Grenze zwischen zwei Kulturräumen steht, hat sich die Bevölkerung beider Regionen die Struktur angeeignet und sich dort ganz der Völkerverständigung verschrieben.
So wird hier seit mindestens 70 Jahren gebacken, was das Zeug hält. Das Ritual ist immer dasselbe: Öffnet sich das große Schiebetor im Norden, duftet Südtirol schon bald nach Focaccia. Südtirol antwortet sogleich, öffnet das südliche Schiebetor – und schenkt den Bellunesen eine Hurte voll Schüttelbrot. Wenn es nur überall so friedlich zuginge.
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Pedevilla Architekten
Paul-von-Sternbach-Straße 1
IT-39031 Bruneck (BZ)

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