Dorfplatz, Rina
Mitten im Bergdorf Rina/Welschellen, auf 1.450 Metern Höhe, entsteht die Vision eines Ortes, der Menschen zusammenbringt. Zwischen Kirche, Dorfplatz und den umliegenden Höfen soll eine neue Dorfmitte wachsen – ein Platz, der nicht nur durchquert, sondern erlebt wird.
Heute dient der Dorfplatz vor allem als Straßenkreuzung und Parkplatz. Unser Entwurf möchte ihm seine eigentliche Bedeutung zurückgeben: als Treffpunkt, als Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lebens. Durch gezielte Eingriffe wird Raum geschaffen für Gespräche, Feste und kleine Momente des Alltags. Unterschiedliche Sitzgelegenheiten, regionale Materialien und die Einbindung der charakteristischen Kirchenmauer verleihen dem Platz eine vertraute Atmosphäre und öffnen gleichzeitig neue Perspektiven auf die beeindruckende Landschaft.
Im Herzen dieser neuen Dorfmitte entsteht ein multifunktionales Gebäude, das an die Stelle des alten Stadels tritt. Es knüpft an die Geschichte des Ortes an und schreibt sie weiter. Ein kleiner Dorfladen mit Café lädt Einheimische, Gäste und Menschen aus den Nachbardörfern ein, regionale Produkte zu entdecken und gemeinsam Zeit zu verbringen. Im Untergeschoss bietet eine gemütliche Gaststube Platz für kulinarische Begegnungen, während die geschützte Terrasse und ein kleiner Spielbereich den Dorfplatz bis ins Freie erweitern.
Architektur und Landschaft bilden dabei eine Einheit. Die kristalline und kompakte Form des Baukörpers fügt sich in die umliegende Bebauung ein. Durch die locker an der Fassade verteilten Öffnungen und die geringe Höhe am Dorfplatz behält es seinen Charakter als Einfamilienhaus und tritt in ein spannendes Wechselspiel zur gegenüberliegenden Kirche. Natürliche Materialien aus der Region und eine reduzierte, langlebige Gestaltung schaffen eine Verbindung zwischen Tradition und Gegenwart.
Die einzigartige Topografie des kleinen Bergdorfes ist durch die vielen Stützmauern geprägt, die auch hier in den Entwurf mit einfließen.
Das Projekt versteht sich nicht nur als bauliche Aufwertung, sondern als Investition in das soziale Leben des Dorfes. Es schafft einen Ort, an dem Gemeinschaft sichtbar und erlebbar wird – einen Platz, der Geschichten erzählt, Begegnungen ermöglicht und Rina/Welschellen eine lebendige Mitte schenkt.


Projekt: 2016-2019
Bauherr: Gemeinde Enneberg, St. Vigil
Ort: Rina/Welschellen
Kubatur: 837,5 m³

Mitarbeit: Frank Oberlechner, Gerda Villgrater, Michael Rollmann

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