ATTO Suites
Am Fuße der knapp 3.000m hohen Gipfel der Haunoldgruppe, im östlichen Hochpustertal, liegt die Gemeinde Innichen, welche in heutiger Form seit dem Frühmittelalter besteht und auf eine über 1250-jährige Geschichte zurückblickt.
Im historischen Ortskern von Innichen entstand mit den ATTO Suites nun ein Gästehaus, das sich als „Zuhause auf Zeit“ versteht. Erklärtes Ziel des Projektes war es aber auch, der Adresse im Interesse der lokalen Bevölkerung einen öffentlicheren Charakter zu verleihen und damit eine wesentliche Aufwertung für die parallel zur Fußgängerzone verlaufende Färberstraße zu erreichen. In Position und Ausrichtung orientiert sich das Haus an der historisch gewachsenen Bebauungsstruktur, sodass es durch seine Giebelständigkeit als eigenständiges Gebäude zur Geltung kommt und den Charakter des Ortes weiterführt. Im Erdgeschoss nutzt ein neuer Restaurantbetrieb mit Farm-to-table-Konzept den gebirgsseitig entstandenen Gastgarten und knüpft über eine neue Wegeverbindung an die Fußgängerzone an. In den darüberliegenden Geschossen entstanden sieben hochwertige Ferienwohnungen, ebenfalls mit direktem Blick auf die markante Haunoldgruppe.
Dabei ist jede Wohnung mindestens zweiseitig orientiert und setzt dem Panorama – gewissermaßen Star der Szene – ähnlich einer Theaterloge ihre eigene Loggia vor. Eine tropfenförmige Ornamentik ist als wiederkehrendes Element mit Traditionsbezug im ganzen Projekt zu finden. Der Einsatz regionaler Hölzer wie unbehandelter Fichte und wohlriechender Zirbe steht im Einklang mit der eingefärbten Dämmbetonfassade, sowie mit handgefertigten Terrazzoböden, Verputzen und Dachplatten, welche in Farbe und Körnung auf den ortstypischen Sextner Bachstein verweisen. Aus diesem Stein wurden im nächsten Umkreis viele bedeutende historische Bauwerke errichtet – darunter die Stiftskirche aus dem 12. Jahrhundert. Damit spiegeln die verwendeten Materialien auch im Neubau die Geschichte des Ortes wider.
Bauherr: privat
Ort: Innichen / Südtirol
Kubatur: 2.650 m³
Projekt und Realisierung: 2018-2022

Mitarbeit: Johanna Herzog, Giorgio Larcher, Lea Mittelberger, Michael Rollmann, Matteo Bolgan, Leonie Singer

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