Wettbewerb – Neubau Kindergarten/Kinderkrippe, Puch bei Weiz

Die Gemeinde Puch bei Weiz liegt im oststeirischen Hügelland, nur wenige Kilometer von der Bezirkshauptstadt Weiz entfernt. Umgeben von Wiesen, Obstgärten und kleinmaßstäblichen Siedlungsstrukturen verbindet der Ort ländliche Prägung mit einer lebendigen Gemeinschaft und wachsender Infrastruktur für Familien.
Mit dem ausgeschriebenen Wettbewerb für den Neubau eines Kindergartens und einer Kinderkrippe schafft die Gemeinde die Grundlage für eine zukunftsorientierte Bildungs- und Betreuungslandschaft. Geplant ist ein zeitgemäßer Neubau, der moderne pädagogische Konzepte unterstützt und zugleich einen qualitätsvollen Ort für die frühkindliche Entwicklung bietet.
Unser Entwurf versteht sich als zeitgemäße Interpretation regionaler Baukultur und greift die charakteristische Hoftypologie der Region auf.
Durch die Gliederung des Baukörpers in zwei Geschosse wird eine funktionale Trennung von Kindergarten und Kinderkrippe ermöglicht, ohne die Einheit der Gesamtanlage zu verlieren. Beide Bereiche erhalten direkten Zugang zu geschützten Freibereichen. Diese werden kindes- und altersgerecht aufgeteilt – ein schützender Hof für die Kleinsten und die freie Spielwiese für die älteren Kinder.
Die Erschließung des Kindergartens erfolgt über die geplante, verkehrsberuhigte Kinderzone“ im Norden, die als sichere und einladende Zugangssituation dient. Der Kindergarten im Gartengeschoss öffnet sich mit seinen Gruppen- und Bewegungsräumen großzügig zum Hang. Überdachte Freibereiche erweitern die Innenräume nach außen und schaffen einen fließenden Übergang in den Landschaftsraum.
Die Kinderkrippe ist im Obergeschoss um einen zentralen Innenhof mit überdachtem Umgang organisiert. Diese Anordnung ermöglicht einerseits eine hohe Aufenthaltsqualität mit geschütztem Außenraum, andererseits fördert sie die Gemeinschaft und Sichtbeziehung zwischen den Gruppen. Die überdachten Umgänge stellen eine witterungsgeschützte Verbindung her und dienen zugleich als Spiel- und Erschließungsraum. Die Anbindung des Hofes an den Marktplatz verknüpft die pädagogische Einrichtung direkt mit dem öffentlichen Leben des Ortes und nutzt die Qualität des Platzes als adressbildende Vorzone und Begegnungsraum am Eingang der Kinderkrippe.
Im nördlich situierten Gebäude sind die Verwaltungsräume sowie der gemeinschaftlich nutzbare Mehrzweckraum untergebracht. Diese zentrale Lage nahe den Haupteingängen und vertikalen Erschließung schafft kurze Wege, fördert Synergien zwischen den Funktionsbereichen und gewährleistet eine effiziente Organisation des pädagogischen Alltags.
Die differenzierte Dachsilhouette aus gereihten Satteldächern verankert den Neubau im gewachsenen Ortsbild und vermittelt zwischen Baukörper und Landschaft. Damit wird eine architektonische Sprache gewählt, die sowohl zeitgenössisch als auch Ortsverbunden ist.
Die architektonische Haltung basiert auf einer einfachen, identitätsstiftenden Formensprache, die regionale Bautradition respektvoll weiterdenkt. Materialien und Bauweise folgen dem Prinzip der Nachhaltigkeit, der Lesbarkeit und der kindgerechten Maßstäblichkeit. So entsteht ein Ort, der Geborgenheit, Orientierung und Entfaltung zugleich ermöglicht.

Bauherr: Gemeinde Puch bei Weiz
Ort: Puch bei Weiz
Kubatur: 10.400 m³
Baukosten: 4.3 Mio 
Mitarbeit: Franziska Nuber

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