Gloria-Palast Weißenfels
Anerkennungspreis

Der „Gloria-Palast“ in Weißenfels wurde im Jahr 1928 vom Architekten Carl Fugmann als Lichtspielhaus mit 1.200 Sitzplätzen im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ entworfen und ist bis heute stadtbildprägend. Seit 1997 steht das denkmalgeschützte Gebäude leer. Die Stadt Weißenfels sieht daher vor, das städtebaulich und architektonisch bedeutsame Bauwerk auf knapp 1.500 Quadratmetern zu einem multifunktionalen Veranstaltungsort auszubauen, inklusive einer Spiel- und Kletterhalle.
Der vorgeschlagene Entwurf sieht einen sanften Umgang mit dem Bestand vor – ganz im Sinne einer bewahrenden Reparatur. Einst war das Lichtspielhaus eine technische Innovation, bei der künstliches Licht in dunklen Räumen über eine Leinwand und große Projektoren zum Leben erweckt wurde. Das Wettbewerbsprojekt hingegen lässt sich als Neubespielung durch Licht an sich interpretieren.
Die Reaktivierung bestehender Öffnungen und der Einbau eines großen Oberlichtes schaffen einen lichtdurchfluteten Saal. Er bietet Raum für Veranstaltungen, kann als Kletterwald dreidimensional erfahrbar gemacht werden, sowie als Indoor-Spielwelt eine Aufwertung für verschiedenste Altersklassen darstellen – kurzum: Hier sind die verschiedensten Nutzungen denkbar.
Östlich des Bestandes wird ein Anbau vorgeschlagen, der die architektonische Sprache des Palastes respektiert und auf leichte Weise aufnimmt. Ziel ist die Schaffung eines neuen Ortes für den Stadtteil, Familien, Freunde und Vereine. Der Anbau öffnet sich mit seinem Café- und Restaurantbereich sowohl zur Stadt, als auch zum südlich gelegenen Park.

Aus dem Jury-Protokoll: "Fassadengliederungen und die Materialität bleiben bestehen, auch die ursprüngliche Farbigkeit des Fassadenputzes soll wieder hergestellt werden. Diese Haltung gilt in besonderem Maße auch für den Innenraum: so sind die Zugangssituation und die Erschließung weitgehend unverändert, auch wird der bestehende Kinosaal mit den offenen Rängen in seiner beeindruckenden Dimension erhalten und bleibt die zentrale Mitte des Gebäudes. Dabei wird aus dem dunklen Kinosaal eine lichtdurchflutete Halle für die neuen Aktivitäten. Dies erfolgt durch Öffnung der Fenster und Einfügen eines Oberlichtes in die Dachkonstruktion auf sehr selbstverständliche Weise ohne bauliche Eingriffe. Der Entwurf versteht sich als räumliches Angebot für unterschiedliche Aktivitäten, die durch spätere Einbauten in die Halle installiert werden können. […] gleichzeitig eine hohe Sensibilität und eine subtil-reduzierte Architektursprache […]."

Wettbewerb: Anerkennungspreis
Bauherr: Stadt Weißenfels
Ort: Weißenfels / Deutschland
Baukosten: 9.9 Mio
Mitarbeit: Jonathan Brügmann

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