Berghof, Seefeld in Tirol
„Das Hotel Berghof von Siegfried Mazagg gehört zu den bemerkenswertesten Beispielen der neuen Formentwicklungen in der Tourismusarchitektur der Alpen. Ein leicht gekrümmter, länglicher, dreigeschossiger Baukörper mit starker horizontaler Tendenz, dessen konvexe Seite nach Südwesten zum Seefelder Becken ausgerichtet ist, verfügt im Nordwesten über einen vorspringenden vertikalen Eckbau bzw. Turm.  
Der Turm betont den Ort, während das horizontale Gebilde als „dienender Körper auch optisch die Gewichtung verschiedener Funktionen veranschaulicht. Den Baukörpern ist eine erhöht liegende Terrasse als verbindendes Element vorgelagert. Sie bildet den Übergang zwischen Haus und Landschaft. Die konvexe Krümmung öffnet den Raum zur Landschaft und bietet einen optischen Aussichtswinkel.“
Auszug aus Siegfried Mazagg – Interpret der frühen Moderne in Tirol, Springer Verlag
Die Erweiterung versteht sich nicht als Konkurrenz zum Bestand, sondern als Fortführung seiner Geschichte. Ziel des Entwurfs ist es, die architektonische Sprache des Berghofs aufzugreifen und in eine zeitgemäße Form zu übersetzen. Der Neubau orientiert sich an den Linien des historischen Gebäudes und entwickelt daraus eine eigenständige Gestalt.
Zwischen Alt und Neu entsteht ein gemeinsamer Ort. Über den Eingangsbereich und die vorgelagerte Terrasse werden beide Baukörper miteinander verbunden und bilden ein Ensemble. Der historische Berghof bleibt dabei das prägende Haupthaus, während der Zubau seine Qualitäten ergänzt und weiterführt.
Die neuen Gästezimmer öffnen sich, wie schon jene des Bestands, dem Ausblick in die Tiroler Bergwelt. Großzügige Loggien schaffen geschützte Außenräume, die zu jeder Jahreszeit den unmittelbaren Bezug zur Natur ermöglichen. Durch ihre unterschiedliche Ausrichtung entsteht für jeden Gast ein privater Rückzugsort mit individuellem Blick in die Landschaft.
Im Erdgeschoss befinden sich Ruhe- und Therapiebereiche, die sich zum Garten hin öffnen und eine Atmosphäre der Entspannung schaffen. Innen- und Außenraum gehen fließend ineinander über und machen die Natur zu einem selbstverständlichen Teil des Aufenthalts.
Auch in der Materialwahl folgt das Projekt dem Gedanken der Beständigkeit. Robuste, natürliche Materialien und eine klare, zurückhaltende Gestaltung schaffen eine Architektur, die den Charakter des historischen Hauses respektiert und gleichzeitig den Ausdruck unserer Zeit trägt.
So entsteht kein bloßer Anbau, sondern eine behutsame Weiterentwicklung - ein neues Kapitel für das Hotel Berghof, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet.

Projekt: 2020-2021
Bauherr: Hotel Berghof
Ort: Seefeld in Tirol / Österreich
Kubatur: 2.055 m³
Mitarbeit: Matteo Bolgan, Simone Mayr

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