Wettbewerb – Neubau Ganztagesschule Antonie-Lehr-Straße Donaufeld Süd-Ost, Wien

Das Bearbeitungsgebiet liegt im 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf im Entwicklungsgebiet „Donaufeld Süd“, einem Stadtteil, der derzeit umfassend städtebaulich neu strukturiert und entwickelt wird. Im Quartier „An der Schanze“ an der Antonie-Lehr-Straße plant die Stadt Wien die Realisierung eines neuen Schulstandorts. Vorgesehen ist der Neubau einer ganztägig geführten Schule, die Volksschule und Mittelschule unter einem Dach vereint und auch Sonder- und Inklusivpädagogik integriert. Die Besonderheit des Standortes ist der Lebensraum der dort beheimateten Wechselkröte, den es zu schützen gilt.
Der Baukörper unseres Entwurfs orientiert sich an der Maßstäblichkeit des städtebaulichen Kontexts und stuft sich über eine Abfolge differenzierter, höhenversetzter Volumina in Richtung Park ab. Die Staffelung der Einzelvolumen ermöglicht eine räumliche Verzahnung mit dem umgebenden Landschaftsraum, eine fließende Dachlandschaft welche in den Park übergeht. Der drei- bis fünfgeschossige Baukörper bildet zur Antonie-Lehr-Straße einen klaren Abschluss. Vor- und Rücksprünge entlang der Straßenfront gliedern die Fassadenkante und schaffen eine differenzierte Gestaltung. Die Anordnung der Volumina ermöglicht im Südosten des Grundstücks einen offen gestalteten Schulvorplatz mit großzügiger Überdachung. Durch die vorgeschlagene Staffelung entstehen im Norden und Westen Übergänge zum angrenzenden Freiraum und Grünzug. Alle Clustereinheiten erhalten über außenliegende Treppen direkten Zugang zum ebenerdigen Schulgarten. Großzügige Dachterrassen bieten geschützte Außenräume und stehen in räumlichem Bezug zum Park. Im rückwärtigen Grundstücksbereich entsteht eine großzügige, multifunktional nutzbare Freifläche – als pädagogisch wertvoller Außenraum.
Die Gestaltung der Außenräume folgt dem Leitgedanken eines naturnahen Lernraumes mit funktionaler Vielfalt, hoher ökologischer Qualität und Biodiversität. Die ebenerdigen Freiflächen bieten abwechslungsreiche Zonen für Rückzug, Spiel, Bewegung und gemeinsamem Lernen im Freien von stillen Aufenthaltsbereichen über einen Schulgarten bis hin zu offenen Aktivitätsflächen.
Begrünte Dachterrassen staffeln sich in Richtung Garten ab und bilden eine durchgehende Dachlandschaft, die über großzügige Außentreppen – teils als Sitzstufenanlagen – in direktem Bezug zum Park stehen. So wird ein durchlässiges System geschaffen, das alle Geschosse mit dem Außenraum vernetzt und fließende Übergänge zwischen Innen und Außen sowie zwischen den Ebenen ermöglicht. 

Die vorgeschlagene Setzung der Baukörper unterstützt eine pädagogisch wertvolle Freiraumstruktur, in der Lernen, Spielen und Entspannen in direktem Bezug zur Natur stattfinden können.
Ein besonderes Augenmerk bei der Gestaltung der Grünräume wurde auf die Schaffung eines optimalen Lebensraums für die Wechselkröte gelegt. Im nördlichen Bereich des Grundstücks befinden sich strukturreiche Elemente sowie sonnenexponierte Plätze – ideale Bedingungen für das Sonnen, Verstecken und Überwintern der Tiere. Ein kleiner Bachlauf, der von einem Brunnen zum Laichbecken führt, sowie Kräuterrasen und artenreiche Wiesenflächen, schaffen zusätzliche Feuchtlebensräume und Aufenthaltsmöglichkeiten. Durch die aktive Nutzung der Schüler:innen werden im mittleren Bereich der Freifläche Schutz- und Versteckmöglichkeiten für die Tiere mitgedacht.

Wettbewerb: 2025
Bauherr: Stadt Wien
Ort: Wien / Österreich
Kubatur: 65.900 m³
Baukosten: 51.1 Mio
Mitarbeit: Irene Feichter, Franziska Lang, Cäcilia Ernst

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